Insurance Distribution Directive (IDD)

Informationen zum Weiterbildungsnachweis gemäß EU-Vertriebsrichtlinie (IDD)


Anlässlich des seit 18. Januar 2017 vorliegenden Gesetzesentwurfs zur Umsetzung der EU-Vertriebsrichtlinie (IDD) möchten wir Sie darüber informieren, welche Anpassungen wir planen, um die gesetzlichen Anforderungen künftig abzubilden. Einen Überblick entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Schon heute können Sie mithilfe der Weiterbildungsdatenbank die Weiterbildung Ihrer Vermittler vollständig dokumentieren. Spätestens 2018 wird der Weiterbildungsnachweis gemäß IDD (15 Stunden pro Kalenderjahr) fester Bestandteil von gut beraten sein. Selbstverständlich gilt dies auch für diejenigen Angestellten in den Versicherungsunternehmen, deren Weiterbildung durch die künftigen gesetzlichen Vorgaben ebenfalls nachweispflichtig wird.


Positionen des Trägerausschusses gut beraten zur IDD-Umsetzung

 

Die Trägerverbände (mit der Gewerkschaft Ver.di) haben sich klar zur Umsetzung der Qualifizierungsanforderungen aus der IDD in deutsches Recht positioniert. Die Positionen sowohl zur Mindestqualifikation als auch zur Weiterbildung der vertrieblich Tätigen finden Sie hier.

 

Die Zielgruppen, die gemäß der IDD ab Februar 2018 unter gestzlichen Regelungen fallen werden, haben sich gegenüber der bisherigen IMD erweitert. So sollen auch vertrieblich Tätige aus den Innendiensten der Versicherungsunternehmen und Vermittlerbetriebe die Qualifizierungsanforderungen zukünftig erfüllen.

 

Eine Übersicht über die Zielgruppen und eine Einordnung des Trägerausschusses zu den jeweils benötigten Mindestqualifikationen finden Sie hier.

Im Bezug auf die Weiterbildung fordert der Trägerausschuss für den Großteil bisherigen Zielgruppen von gut beraten (für Insider: "OKZ1") eine Beibehaltung des gut beraten-Standards von regelmäßig 40 Weiterbildungspunkten (umgerechnet 30 Zeitstunden) im Jahr. Bei gesetzlich geforderten 15 Zeitstunden soll das in einer darüber hinausgehenden freiwilligen Selbstverpflichtung erfolgen. Für welche der Zielgruppen der Trägerausschuss welchen Umfang an Weiterbildung fordert, entnehmen sie dieser Tabelle.

Wesentlich ist: gut beraten wird die gesetzlichen Anforderungen umfänglich abbilden, und zwar für alle Zielgruppen. Es wird zum Nachweis der gesetzlichen Anforderungen einen Jahresnachweis geben, und darüber hinaus weiterhin für das freiwillige Mehr an Weiterbildung entsprechende Qualitätsnachweise.

 



Neue EU-Richtlinie für Versicherungsvermittler

Aktuelle Informationen zur Umsetzung der Insurance Distribution Directive (IDD)

 

Das Europäische Parlament hat am 24.11.2015 die neue EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive - IDD) verabschiedet. Der Rat der EU hat ebenfalls zugestimmt und die IDD wurde am 02.02.2016 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Mitgliedsstaaten haben nun bis zum 23.02.2018 Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

 

Referentenentwurf

 

Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

für ein IDD-Umsetzungsgesetz wurde am 21.11.2016 veröffentlicht und die Branchenverbände konnten hierzu Stellung nehmen.

Die BWV-seitigen Anmerkungen zu den Themen Qualifikation und Weiterbildung flossen in die Stellungnahme des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein. Diesen können Sie hier abrufen.

 

Die weiteren Stellungnahmen der Verbände können Sie hier abrufen.

 

Gesetzesentwurf

 

Das Bundeskabinett hat am 18.01.2017 den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) beschlossen, nachdem bereits im November des Vorjahres der Referentenentwurf hierzu veröffentlicht worden war.

Am 30. März 2017 erfolgt die erste Lesung im Bundestag, der am 31. Mai eine Sachverständigen-Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Parlaments folgen wird. Die vom Ausschuss verabschiedete Fassung wird am 1. und 2. Juni im Bundestag in zweiter und dritter Lesung beraten werden. Abschließend soll am 7. Juli der Bundesrat dem Gesetz zustimmen.

Hier können Sie den Gesetzesentwurf zur Umsetzung der IDD herunterladen.

Auch hierzu flossen die BWV-seitigen Anmerkungen zu den Themen Qualifikation und Weiterbildung in die Stellungnahme des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein.

 

Gewerbetreibende

 

In der Gewerbeordnung wird künftig nach dem derzeitigen Gesetzentwurf nicht nur zwischen Versicherungsmakler, Versicherungsvertreter und Versicherungsberater unterschieden, sondern auch noch der erweiterte Begriff der Versicherungsvermittlung definiert.

 

Versicherungsvermittlung beinhaltet dann auch:

  • das Mitwirken bei der Verwaltung und Erfüllung von Versicherungsverträgen, insbesondere im Schadensfall
  • die Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Versicherungsnehmer über eine Webseite oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten, einschließlich eines Preis- und Produktvergleichs oder eines Rabatts auf den Preis eines Versicherungsvertrages, wenn der Versicherungsnehmer einen Versicherungsvertrag unmittelbar oder mittelbar über die Webseite oder das andere Medium abschließen kann.

In der Gesetzesbegründung wird vom Begriff der Versicherungsvermittlung entsprechend Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b der EU-Richtlinie die Schadensregulierung und die Sachverständigenbegutachtung von Schäden ausgenommen.

 

Gewerbetreibende müssen zudem zuverlässig sein, in geordneten Vermögensverhältnissen leben, über eine Berufshaftpflichtversicherung verfügen und die entsprechende Sachkunde nachweisen. Der Sachkundenachweis erfolgt entweder durch die IHK-Prüfung „Geprüfte/-r Versicherungsfachmann/-frau IHK“ oder eine gleichgestellte berufliche Qualifikation. Welche hierzu zählen, wird erst noch in der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung geregelt werden.

 

Ebenso dürfen Gewerbetreibende unmittelbar bei der Vermittlung und Beratung mitwirkende Personen nur beschäftigen, wenn sie deren Zuverlässigkeit geprüft haben und sicherstellen, dass diese Personen über die für die Vermittlung der jeweiligen Versicherung sachgerechte Qualifikation verfügen.

 

Sowohl Gewerbetreibende als auch ihre unmittelbar bei der Vermittlung und Beratung mitwirkenden Personen müssen sich 15 Zeitstunden pro Kalenderjahr regelmäßig weiterbilden.

Der Nachweis für die Sachkunde und die regelmäßige Weiterbildung können auch delegiert werden. Dies ist der Fall, wenn durch eine im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Wahrnehmung der erlaubnispflichtigen Tätigkeit eine angemessene Zahl der beim Antragssteller beschäftigten natürlichen Personen die Nachweise erbringen. Den natürlichen Personen muss die Aufsicht über die direkt bei der Vermittlung oder Beratung mitwirkenden Personen übertragen sein und diese müssen den Antragsteller vertreten dürfen.

 

Versicherungsunternehmen

 

Für Versicherungsunternehmen und deren Mitarbeiter findet das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) Anwendung. Zur Definition von Versicherungsvertrieb verweist der VAG-Entwurf auf die Vorschriften der IDD.

 

Danach ist Versicherungsvertrieb die Beratung, das Vorschlagen oder Durchführen anderer Vorbereitungsarbeiten zum Abschließen von Versicherungsverträgen, das Abschließen von Versicherungsverträgen oder das Mitwirken bei deren Verwaltung und Erfüllung, insbesondere im Schadensfall, einschließlich der Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Kunde über eine Website oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten, einschließlich eines Preis- und Produktvergleichs, oder ein Rabatt auf den Preis eines Versicherungsvertrags, wenn der Kunde einen Versicherungsvertrag direkt oder indirekt über eine Website oder ein anderes Medium abschließen kann.

 

Der Personenkreis, der unter die Anforderungen der IDD und des Gesetzentwurfs fällt, wird demnach weiter gefasst.

Hinsichtlich der Mindestqualifikation müssen die Versicherungsunternehmen sicherstellen, dass ihre unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligten Angestellten zuverlässig sind, in geordneten Vermögensverhältnissen leben und über die zur Vermittlung der jeweiligen Versicherung angemessene Qualifikation verfügen. Dieser Personenkreis muss sich ebenfalls regelmäßig weiterbilden.

 

Arbeitet das Versicherungsunternehmen mit Gewerbetreibenden (sog. gebundene Vermittler zusammen) und übernimmt entsprechend die Haftung, müssen sie die Zuverlässigkeit, die geordneten Vermögensverhältnisse und die zur Vermittlung der jeweiligen Versicherung angemessene Qualifikation sowie die regelmäßige Weiterbildung sicherstellen.

 

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