Vertrieblich Tätige

Vertrieblich Tätige eines Versicherungsunternehmens (Innendienst/ Service Center): Unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligte Angestellte eines Versicherungsunternehmens nach § 48 Abs. 2 VAG

Folgende Personengruppen unterliegen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht:


  • Ausschließlichkeitsvermittler: VersicherungsvermittlerInnen nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO
  • Angestellter Außendienst: Angestellte eines Versicherungsunternehmens/ Werbeaußendienst nach § 17 Abs. 3 MTV
  • Makler: VersicherungsmaklerInnen nach § 34d Abs. 1, Nr. 2 GewO
  • Mehrfachagent: VersicherungsvertreterInnen mehrerer Versicherungsunternehmen nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO
  • Versicherungsberater: Versicherungsberaterinnen nach § 34d Abs. 2 GewO
  • Mitarbeiter eines Vermittlers: MitarbeiterInnen eines VU oder Vermittlerbetriebs (auch Sparkassen/ Banken) nach § 34d Abs. 9 GewO und § 48 VAG
  • Vertrieblich Tätige eines Versicherungsunternehmens (Innendienst / Service Center): Unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligte Angestellte eines Versicherungsunternehmens nach § 48 Abs. 2 VAG
  • Leitungsperson: Leitungspersonen nach § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO und § 48 Abs. 2 VAG


Dies ergibt sich aus Artikel 2 Abs. 1 Nr. 1 der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb (Neufassung) (Insurance Distribution Directive, kurz IDD): 

„Versicherungsvertrieb bezeichnet die Beratung, das Vorschlagen oder Durchführen anderer Vorbereitungsarbeiten zum Abschließen von Versicherungsverträgen, das Abschließen von Versicherungsverträgen oder das Mitwirken bei deren Verwaltung und Erfüllung, insbesondere im Schadensfall, einschließlich der Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Kunde über eine Website oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten, einschließlich eines Preis- und Produktvergleichs, oder ein Rabatt auf den Preis eines Versicherungsvertrags, wenn der Kunde einen Versicherungsvertrag direkt oder indirekt über eine Website oder ein anderes Medium abschließen kann.“

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb und zur Änderung weiterer Gesetze (Drucksache 533/17) vom 30.06.17, das am 23. Februar 2018 in Kraft getreten ist, wurde von dem deutschen Gesetzgeber die notwendigen gesetzlichen Änderungen in der Gewerbeordnung sowie im Versicherungsvertrags- und im Versicherungs-aufsichtsgesetz vorgenommen:

Zusätzlich zur bekannten Zielgruppe der VersicherungsvermittlerInnen sind jetzt auch die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligten Personen des Innendienstes von Vermittlerbetrieben von der Weiterbildungsverpflichtung betroffen. Die Leitungspersonen eines Versicherungsunternehmens unterliegen ebenfalls der Weiterbildungsverpflichtung.

Dies  bezieht sich auf die Angestellten am point of sale /point of advice, die Kundenkontakt haben und eine Empfehlung zu einer materiell-rechtlichen Änderung des bestehenden Versicherungsvertrages oder zu einem Neuabschluss abgeben (z. B. Aufnahme eines neuen Risikos, cross-, up- und down-selling).